| Zurück zur Auswahl |
Einst fanden Bergleute im Oberharz Fußspuren, die nur einem Riesen gehören konnten.
Der wilde Mann
Von der Neugier getrieben, machten sie sich auf die Suche nach dem Ungetüm. "Wie er wohl aussehen mag? Wo er wohl lebt? Was er so macht, den ganzen lieben Tag lang?"
Riese
Und schon sahen sie ihn - ach weh, auch eine Frau von gewaltiger Größe hatte er. Als diese die Fremden sah, flüchteten beide halb nackt vor Scheu in den tiefen Wald hinein. Kein Annäherungsversuch glückte und so beschlossen die wagemutigen Burschen, den Riesen eine Falle zu stellen. Mehrere Versuche, sich den Wilden gütlich zu nähern, mißglückten. Erst mit einem Pfeilschuß in den Fuß verletzte man den den Kerl, der wild um sich schlug. Mehrere Stunden zog sich der Kampf hin, bis er schließlich gefangen genommen wurde. Seine Frau aber konnte fliehen.

Da der Gefangene weder essen noch trinken wollte und fortwährend zu seiner Höhle schaute, beschloß man, ihn mit Hilfe eines Wagens nach Braunschweig zu bringen, um den dortigen Herzog um Rat zu fragen. Der Riese aber verstarb unterwegs.

Am selben Tag fand man in seiner Höhle eine Erzader. Die Bergleute glaubten, das der wilde Mann die Gänge taub gemacht hatte. Trotzdem gab man der ersten Grube, die man fand, seinen Namen.

Heute findet man vor dem Hotel "Rathaus" eine Linde, die die Bergleute an die Stelle pflanzten, an der sie den wilden Riesen gefangen nahmen. Was nun die Wahrheit am Schluß dieser Sage ist, das vermeint man nicht so recht zu sagen. So hängt doch vor dem Hotel eine Tafel, auf der steht, das der bärtige Wilde den Baum mit einem Schlag im Handgemenge mit den Bergleuten in die Erde gerammt haben soll.