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Burganlage
Schloss
Wie allgemein bekannt ist, regierten einst die Grafen von Wernigerode auf der Harburg. Ihre finanziellen Mittel waren jedoch stets knapp bemessen, so daß sie die beeindruckende Wehranlage nicht erweitern und verschönern konnten, so wie sie es sich von Herzen wünschten.
Zu dem zahlreichen Gefolge gehörte einst auch ein kleiner Gnom, dessen Herz schon lange für seine Herrin schlug. So begab es sich, daß er ständig in ihrer Nähe verweilte und kaum das sie einen Wunsch geäußert, er ihn auch schon erfüllte.

Viele die ihn sahen, lachten über seine kleine Gestalt und über seine verbotene heimliche Liebe, die man seinen Augen wie aus einem offenen Buch entnehmen konnte, doch verstummten sie beim Anblick seines Muskelspiels.

Eines Tages beklagte sich die junge Frau bei ihrem Gemahle, daß sie die Enge ihrer Räumlichkeiten erdrücken würde, doch dieser zuckte aus Ratlosigkeit nur die Schultern. Als dies der kleine Gnom hörte, wartete er geduldig und doch voller Anspannung auf die hereinschlagende Nacht und ging mit dem ersten Klockenschlag voller Tatendrang ans Werk.

Die Gräfin schlief unruhig, rutschte in ihrem Bett hin und her, verspürte ein Wogen und Schaukeln wie auf dem Meer und öffnete schließlich in aller Herrgottsfrühe die Augen. Ihrem Blick bot sich der Brocken zum Greifen nah, die kleine Stadt schien in unendlich scheinender Ferne am Fuße des Berges und bis heute thront die imposante Festung über Wernigerode.