|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Zurück zur Auswahl |
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
 |
|
|
|
Es gab einmal ein Mädchen, dem die Mutter starb. Da weinte es sehr, tat ihre Besitztümer in ihr Kopftuch und zog hinaus in die weite Welt. Als sei drei Tage und Nächte hindurch gelaufen war, kam sie an eine Mühle.
Da saß ein junger Bursche gesenkten Hauptes, die Ellenbogen auf den Knien. Sie bat ihn, bei ihm den Sommer zu verbringen. Sie wollt auch hart arbeiten, nur ein Lager und ein Stück Brot für ihre Müh. Da blickte der junge Müller traurig auf und fragte sie, warum sie nicht weiterziehe, er habe schließlich selbst nicht genug zu essen.
|
|
|
|
|
Die Mühle habe nicht genug Arbeit, früher sei die Kundschaft von weit her gekommen, doch nun ... Er aber wolle nicht fortgehen, war doch schon sein Urgroßvater Müller hier gewesen. Das Mädchen blieb trotzdem und meinte, zu zweit ließe sich doch alles fiel leichter ertragen.
Gesagt, getan. Am Morgen ging das Mädchen Pilze sammeln und der Müller besserte die spröden Stellen der Mühle aus. Endlich drehte sich das Wasserrad wieder und die gewaltigen Flügel begannen durch die Lüfte zu sausen. Doch oh weh, kein Korn war zum Mehlen da.
|
|
|
|
|
|
Trotzdem faßten sich beide ein Herz und arbeiteten den ganzen Tag lang. Bald schon kam ein Bauer des Wegs und lies sein Mehl hier mahlen. So arbeiteten sie tagein tagaus und teilten alles, was sie miteinander hatten. Schließlich hielt der Müller um ihre Hand an und sie heirateten.
|
|
|
|
 |
|
|
|
Als sie nun schon drei Tage verheiratet waren, da wachte das Mädchen des Nachts durch einen hellen Feuerschein auf. Flugs eilte sie zur Tür und gewahrte ein paar Köhler, die um ein großes Feuer saßen. Geschwind lief sie zu ihnen und bat um ein paar Kohlen, damit sie es auch ein wenig warm in der Stube hätten. Doch kein Laut drang über die Lippen der Köhler.
So nahm sie sich ein paar Kohlen und rannte zum Haus zurück. Wie sie über die Schwelle trat, hörte sie einen der Köhler mit heiserer Stimme sagen: "Weil ihr fleißig seid." Sie drehte sich um und schüttelte erstaunt den Kopf, daß mußte der Wind gewesen sein. Als sie die Kohlen in den Ofen tat, erlosch die Glut. So eilte sie geschwind zu den Köhlern zurück und holte erneut ein paar Kohlen. Wieder schwiegen die Köhler und als sie die Schwelle übertrat, sagte der zweite: "Weil ihr einander helft." Es wird der Wind in den Flügeln sein, dachte sie nur und die Glut der neuen Kohlen erlosch erneut.
Und wieder ging sie hinaus, es mußte doch machbar sein, ein Feuer anzuzünden. Wie sie das dritte Mal über die Schwelle trat, da hörte sie den dritten Köhler sagen: "Nun komme nicht wieder." Da ward ihr ganz bang ums Herz und sie verkroch sich unter die dicken Decken. Als beide am Morgen erwachten, da fanden sie im Ofen glitzernde Goldstücke anstelle der Kohlen und sie erzählte ihrem Mann die komische Geschicht der Nacht.
Von nun an waren sie weiter fleißig und bauten eine neue Mühle. Das Glück ward ihnen ihr Leben lang treu. Die Köhler aber sahen sie nie wieder. Sie erscheinen den guten Menschen ja auch nur einmal im Leben, und auch nur dann, wenn sie es wirklich verdienen.
|
|
|