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Bauer Der Erzberg
Einst lebte im Harz ein armer Bauer, der nur einen kleinen Hof besaß, auf dem eine winzige schiefe Hütte stand. Sein Pferd war das einzig Lebendige, daß ihm in seiner Not beistand.

Er stand mit dem Sonnenaufgang auf und ging erst schlafen, wenn die Nacht ihren Sternenmantel ausbreitete. Und trotzdem kam er aus seinen Sorgen nicht heraus.

Wovon sollt er auch leben, wenn der harte Boden kaum Korn gedeihen lies? Als die Not zu groß wurde, beschloß er, in die weite Welt zu ziehen. Gesagt, getan. Schon band er sein winziges Hab und Gut auf den Rücken seines treuen Kameraden und schon zogen sie los.

Nach einer Weile kamen sie in einen tiefen Wald. Hier sammelte er Pilze und Beeren, trank aus einer klaren Quelle, doch die Sorgen liesen nicht nach. In der Nacht schaute er hinauf zu den Sternen und schon fiel ihm ein, daß er ja auch noch Steuern an den Grafen entrichten mußte. Und reich wurde er schließlich in diesem Wald auch nicht. Schon bekam er Heimweh nach seinem kleinen Hofe, doch was sollts. Weiter mußte es ja schließlich auch irgendwie gehen.

Er lehnte sich an sein Pferd, das es sich in das hohe Gras gelegt hatte und dacht bei sich: "Siehst du, so gehts den Armen schlecht und den Reichen gut. Was solln wir nur tun?" - und schlief tief und fest ein. Auf einmal blitzten die Tannenzapfen in den Wipfeln der Bäume über ihm wie Silbernadeln und ein winziges Lächeln lies die Grübchen auf den Wangen des Bauern hervortreten.
Wanderstiefel
Als er die Augen aufschlug, da waren es ganz gewöhnliche Zapfen und sein Kummer kam schneller, als zuvor. Konnt er doch die Steuern nicht mit gewöhnlichen Tannenzapfen bezahlen.

Plötzlich schnaufte sein Pferd und hieb mit den Vorderläufen ins Erdreich. Da funkelte es wirklich. "Träum ich oder bin ich wach?" - und schon kroch er zu der Stelle. Oh weh, er wollt seinen Augen nicht traun. Das war wahrhaftig Silber, was sich da vor ihm ausbreitete. Er hatte eine Silbermine entdeckt!

Von nun an ritt er immer wieder zu der Stelle, wenn er in Not war. Allen denen es ebenso ging wie ihm, erzählte er von der Stelle. Das bekam auch ein böser Ritter zu hören und schon zog er mit seinen Mannen in den Wald, um sich das Silber unter den Nagel zu reißen. Wie der Bauer nun in den Wald ritt, da vertrieben ihn die Knechte mit Peitschenhieben.

"Ja so ist das, wenn es uns einmal gut geht, dann kommt der Graf und zerstört das kleine bißchen Glück!" - dacht er und lief zurück zu seiner Hütte, schloß die Tür hinter sich und dachte lange darüber nach. Sein Pferd aber fraß das letzte saftige Gras vor der Hütte ...