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Es gab einmal drei Schwäne, die auf einem See im Harz umherschwammen. Da kam ein Knabe ans Ufer und als er sie erblickte, dachte er - "Wie schön, wenn ich sie fangen könnt!"
Er setzte sich nieder und begann die Schwäne mit einem Lied zu locken, doch es schien, als würden sie sich nicht von ihm fassen lassen. Wieder und wieder versuchte es der Knabe, doch ohne Erfolg. Sein Verlangen wuchs und er wollte sie um jeden Preis haben. Er setzte sich auf einen alten Baumstamm und paddelte ihnen hinterher, bis zur Mitte des Sees. Als dies die Schwäne sahen, schwamm einer auf ihn zu und fragte, was sein Begehren sei. "Ich will Euch fangen!" - doch der Schwan schüttelte nur den Kopf. Als der Knabe ihn greifen wollte, verlor er sein Gleichgewicht und stürzte in den See.
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Als er erwachte, sah er nur ein mattes Licht über sich scheinen. Es waren die Wellen, die sich an der Oberfläche brachen und die Sonnenstrahlen hindurch liesen. Überall war grünes Seegras und bunte Seeblumen erstreckten sich in einem wilden Durcheinander. Wo war er nur?
Da traten drei schöne Mädchen auf ihn zu, die einst die Schwäne waren und den See beschützten.
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Keine Menschenhand konnt sie jemals fassen und nur weil er noch so jung war, retteten sie ihm das Leben. Niemals wieder sollte er auf die Erde zurückkommen und in ihrem Reich auf dem Grund des Sees leben. Hier gab es Häuser aus Muscheln, Nixen und Fischweibchen eilten geschäftig hin und her, Mädchen spannen die Sonnenstrahlen zu leuchtenden Stoffen und Knaben pflegten das Quellwasser. Sie alle waren einmal in den See gefallen und lebten nun hier glücklich und ohne Sorgen zusammen.
Der Knabe fügte sich seinem Schicksal und die Jahre zogen dahin. Er liebte sein Reich und begann, die Menschen zu vergessen.
Eines Tages trat eines der Mädchen auf ihn zu und sagte: "Ich schwimm hinauf in die Sonne und will dich mitnehmen."
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Als ihn nun wieder die Sonnenstrahlen wärmten, da empfand er tiefe Sehnsucht nach der blühenden Erde und Heimweh nach Mutter und Vater. Doch er mußte wieder hinab, auf den Grund des Sees. So wartete er geduldig auf den nächsten Ritt zur Wasseroberfläche.
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Eines Tages war es soweit. Kaum oben angekommen, legte er sich alleine ins Gras am Ufer des Sees. Da kam eine alte Frau vorbei und versuchte ihm zu erklären, das er nicht länger auf den Grund hinab müsse. Er jedoch erwiederte: "Die Schwäne retteten mir das Leben und ich will gar dankbar sein." Er rief die Schwäne, auf das sie ihn wieder nach unten brächten.
Da standen die drei Mädchen vor ihm, gar traurig anzusehn. Die eine sprach: "Du bist uns treu geblieben, nun wollen wir dich belohnen. Geh auf die Erde zurück, zur Sonne und zum Wind" - und alle verschwanden in der Tiefe.
Da begann der Knabe zu laufen, doch als er sein Dorf erreichte, erschrak er gar heftig. Nichts war wie vorher, das Brot war knapp, Geld fehlte, Mutter und Vater längst gestorben und überall nur Gejammer und Gewimmer wegen Hunger und Not. Wie besser war es doch auf dem Seegrund! Er lief zurück, doch o weh, die Schwäne liesen ihn nicht zurück.
"Geh hinaus in die Welt und erzähl von unsrem Leben. Wenn die Augen dann aufleuchten, so zieh weiter. Ruhe nicht eher, bis das der letzte Mensch Freude empfindet. Wenn Du alt gewoden bist, dann kehre zurück, vielleicht gewehren wir dir dann Einlaß." Und so zog er hinaus und gab den Menschen Hoffnung und Kraft.
Als alter Greis kehrte er wieder zum See zurück, hinter sich viele Menschen mit Sehnsucht nach einem schöneren Leben lassend. Er sprang ins Wasser und ward nie mehr gesehn. Die Menschen jedoch trugen die Früchte seiner Arbeit im Herzen und wurden wieder froh.
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