Um ihren Göttern heimlich zu huldigen,
suchte man Plätze im urwüchsigen Hochharz, vor denen sich
die damaligen Herrscher fürchteten. Neben dem Brocken galt
auch der Hexentanzplatz und der Wurmberg als unheimlich und furchteinflössend.
Wotan, der wohl bekannteste und mächtigste Gott der Heiden,
heiratete einst die Fruchtbarkeitsgöttin Freya auf dem Brocken
in der Nacht zum 1. Mai. Seitdem finden hier alljährlich in
der Nacht des letzten Apriltages ausschweifende Hexensabbate statt.
Aber auch unzählige Frauen kommen mit ihren Besen im Frühling
auf den höchsten Berg des Harzes und zu den anderen Kultstätten,
um den Schnee und den Winter wegzufegen. Die heiligen Plätze
werden liebevoll für die Frühlingsfeiern vorbereitet.
Heute nutzen die Menschen Wal-purgis, um ausgelassen in Hexen-
und Teufelskostümen den Winter zu vertreiben, den Gauklern
und Feuerspuckern bei ihren kunstvollen Darbietungen zuzusehen
oder den Narren zu lauschen.
Ach ja, da war doch noch was ... Der Name "Walpurgis" stammt im übrigen
von der englischen Missionarin Walpurga ab, die als Äbtissin
ins Kloster nach Heidenheim ging. Mit ihrem Tod im Jahre 779 wurde
sie heilig gesprochen und ist bis heute die Heilige am 1. Mai im
Kalender.