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Walpurgis
Sage und Mythos
Hexe auf Besen
In unzähligen Märchen und Sagen des Harzes sind die Hexen die berühmtesten Gestalten, die dem Zuhörer ein Frösteln entlocken und seine Nackenhaare zu Berge stehen lassen.

Der Glaube an sie ist schon uralt. Vermutlich liegen seine Wurzeln in der Zeit der Christianisierung, als Karl der Große die sogenannten Heiden mit brutaler Gewalt zum Christentum bekehren wollte.

Um ihren Göttern heimlich zu huldigen, suchte man Plätze im urwüchsigen Hochharz, vor denen sich die damaligen Herrscher fürchteten. Neben dem Brocken galt auch der Hexentanzplatz und der Wurmberg als unheimlich und furchteinflössend.

Wotan, der wohl bekannteste und mächtigste Gott der Heiden, heiratete einst die Fruchtbarkeitsgöttin Freya auf dem Brocken in der Nacht zum 1. Mai. Seitdem finden hier alljährlich in der Nacht des letzten Apriltages ausschweifende Hexensabbate statt.

Aber auch unzählige Frauen kommen mit ihren Besen im Frühling auf den höchsten Berg des Harzes und zu den anderen Kultstätten, um den Schnee und den Winter wegzufegen. Die heiligen Plätze werden liebevoll für die Frühlingsfeiern vorbereitet.

Heute nutzen die Menschen Wal-purgis, um ausgelassen in Hexen- und Teufelskostümen den Winter zu vertreiben, den Gauklern und Feuerspuckern bei ihren kunstvollen Darbietungen zuzusehen oder den Narren zu lauschen.

Ach ja, da war doch noch was ... Der Name "Walpurgis" stammt im übrigen von der englischen Missionarin Walpurga ab, die als Äbtissin ins Kloster nach Heidenheim ging. Mit ihrem Tod im Jahre 779 wurde sie heilig gesprochen und ist bis heute die Heilige am 1. Mai im Kalender.