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Photomontage zur Geschichte des Harzes

Einen kleinen Abriß der Geschichte des Harzes möchten wir Ihnen mit dem Inhalt dieser Seite liefern.

  Die alten Germanen
  Die Zeit der Kaiser und Könige
  Die Entdeckung des Silbers
  Der 30-jährige Krieg
  Bismarck und die Preußen
  Weimar & Das Dritte Reich
  Der Kalte Krieg

Grob aufgeführt ist nur der kleine Ausschnitt vom Beginn unserer Zeit- rechnung bis in die Gegenwart.

Die alten Germanen

Zu Beginn unserer Zeitrechnung wurden erste Kontakte mit germanischen Stämmen urkundlich durch die Römer belegt. Zu jener Zeit waren Teile des Harzes von Hermunduren, Chatten und Cheruskern besiedelt. Die höhergelegenen Regionen wurden jedoch bis in viel spätere  Zeit  wegen  ihrer  Unwirtlichkeit

 

und des rauhen Klimas gemieden.
Nach der Schlacht im Teutoburger Wald (9 n. Chr.), in welcher die Legionen des Quintilius Varno durch die Mannen von Hermann dem Cherusker geschlagen wurden, blieb der Harz lange Zeit vom römischen Einfluß unberührt.

Die Zeit der Kaiser und Könige

531 wurde das weit von Südosten bis zur Oker reichende Thüringer Reich durch das, mit den Franken verbündete, Sachsen zerschlagen.
Im Jahre 919 wurde der bis 936 regie- rende Heinrich I. in Fritzlar zum König ernannt. Unter ihm wurden sowohl die anstürmenden Ungarn, Dänen und Slawen abgewehrt, als auch Lothringen ein- genommen.

Heinrich löste während seiner Amtszeit die Reichspolitik von der Kirche los, blieb sein Leben lang vom Papst ungesalbt und ließ stattdessen über das ganze Land verteilt Trutz- und Schutz- burgen errichten.        


Heinrich I.
Heinrich I.

Nach Heinrichs Ernennung zum Kaiser wurde der Harz zum Kerngebiet des Deutschen Reiches, dessen Unteilbarkeit festgeschrieben   war.  Die  Stadt  Qued-

 

linburg wurde durch Heinrich gegründet.
In nachfolgender Zeit wurden im Harz reichhaltige Erzvorkommen entdeckt, welche den Harz immer wieder zum Schauplatz der Machtkämpfe zwischen Saliern, Welfen, Staufern und Askaniern machten.
Nach dem Tode Heinrichs I. folgten ihm Otto I., Otto II. und Heinrich II.-IV., welche den Bau von Burgen und Pfalzen (z.B. Goslar, Bad Gandersheim) voran- trieben. Quedlinburg wurde zur Kaiser- stadt ernannt und stellte jahrelang die Residenz des jeweiligen Landesherrn dar.
Während der Jahre der großen Königs- und Kaisergeschlechter galt der Harz als Reichsbannforst. Es durfte zwar Holz gesammelt, doch weder Holz geschlagen, noch gejagt werden. Diese Privilegien oblagen einzig und allein dem Kaiser oder König und später den jeweiligen Ter- ritorialfürsten. Auf diesen Zeitraum ist auch der Bau von Jagdhöfen (z.B. Hasselfelde, Bodfeld) zurückzuführen.

Die Entdeckung des Silbers

Bis zur Entdeckung reicher Erzvorkommen war der Oberharz nicht besiedelt. Die Unwirtlichkeit der Region und rauhe klimatische Verhältnisse sorgten hierfür.
Erst gegen 1200 wurde in ersten Urkunden über Siedlungen zum Zwecke des Erzabbaus und der Verhüttung berichtet.
Durch Vergabe großzügiger Privilegien, welcher der Bevölkerung des umliegenden Tieflandes verwehrt blieben, erhofften die Welfenherzöge, Bergleute zum Abbau der wertvollen Metalle und Minerale in den Harz locken zu können. Die Bergfreiheiten beinhalteten für damalige Verhältnisse geradezu  unglaubliche   Zugeständnisse:

 

Es gab unter anderem Steuerfreiheit, abgabefreies Bauen, kostenloses Holz und viele andere Vorteile.
Vor allem Bergleute aus dem Erzgebirgs- bereich siedelten sich hierauf in Scharen im Harz an. Hierauf läßt sich auch die Herausbildung einer eigenen Harzer Mundart beziehen, die sich wie eine Sprachinsel aus dem umgebenden Niederdeutsch heraushob.
Aus dem intensiven Bergbau und dem damit verbundenen großen Bedarf an Holz zur Verhüttung resultiert auch die starke Abholzung und teilweise Wiederauf- forstung mit schnellwüchsigen Mono- kulturen.


Der 30-jährige Krieg

Nach dem Aussterben der großen deutschen Kaiser- und Königsgeschlech- ter erfolgte eine starke Zersplitterung der Güter und Besitztümer. Zu damaligen Zeiten stand man allenthalben vor einem Schlagbaum, an welchem weitere Zölle zu löhnen waren.        
Nach dem 30-jährigen Krieg, welcher im Westfälischen Frieden endete, lagen weite Teile des Landes in Schutt und Asche.
Dies veranlaßte manchen, zur Selbsthilfe zu greifen. So bildeten sich z.B. die "Harzschützen", welche, recht gut bewaffnet, immer wieder vorüberziehende Soldaten aus den Wäldern heraus angriffen.
Das Ende des Krieges 1648 brachte auch im Harz neue Grenzziehungen mit sich.

 

Bismarck und die Preußen

Die Beendigung dieser wirtschaftlich sehr hinder- lichen territorialen Güter- zersplitterung wurde erst Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts durch die Übernahme großer Teile durch Preußen und die damit verbundene Vor- machtstellung erreicht.   
Die Gründung des Deut- schen   Zollvereins   1834

und die unter Bismarck durch Preußen in Gang gesetzte Reichseinigung 1871, trieben die Entwicklung der Wirtschaft in nicht geringem Maße voran.

Weimar & Das Dritte Reich

Zu Zeiten der  Weimarer Republik kam es zu heftigen Kämpfen zwischen kommunis-

tischen Bergarbeitern und Nationalsozialisten - besonders in der Mans- felder Region.
1931 wurden durch die von Hitler geführte "Nationale Opposition", die als Harzburger Front bekannt wurde, der Rücktritt der Regie-


Adolf Hitler
Adolf Hitler

rung und die Auflösung des Reichstages gefordert.   Der  Bund  brach  jedoch,  als

 

Deutsch-Nationale bei der Wahl zum Reichspräsidenten den "Trommler" Hitler ablehnten.
Im Laufe der NS-Diktatur wurde nicht nur das bei Niedersachswerfen gelegene und heute noch zugängliche Konzentra- tionslager Dora errichtet, sondern auch in mit massivem Einsatz von Zwangs- arbeitern angelegten Gipsstollen nördlich von Nordhausen die Produktion von V-Waffen aufgenommen, denen Hitler irrtümlich die entscheidende Wendung im Kampf gegen die Alliierten voraussagte.

Der Kalte Krieg

Als 1945 das Dritte Reich kapitulierte, besetzten Amerikaner und Briten den Harz. Aufgrund der Alliiertenverein- barungen mußten sie jedoch den russischen Truppen weichen.
Die 40 Jahre währende Teilung in Ost und West war im Harz durch seine Grenzlage besonders stark spürbar.

 

1990, nach der deutschen Wieder- vereinigung, wurde der Harz wieder zum landschaftlichen Herz Deutschlands. Im Schutze der Grenzanlagen entwickelte sich über ein halbes Jahrhundert hinweg eine fast unberührte Wildnis, die viele schützenswerte Pflanzen und Tiere beherrbergt.